Abendlieder

Am 22. Oktober 2017 präsentierte der Chor Liccanta zusammen mit dem Jugendchor (Pueri Liccantores) in der Pfarrkirche Rott vor rund 150 Zuhörern eine Auswahl von geistlichen Abendliedern. Instrumental wurde das Programm ergänzt durch das Stillerhof-Klarinettenquartett und durch Soloeinlagen (Sopransaxophon, Markus Gerg; Klavier, Thomas Becherer). 

Liccanta Konzert 2018

4 Posaunen und ein großer Chor


Instrumentalmusik und geistliche Chormusik aus 5 Jahrhunderten


Konzertkritik (siehe unten)

Ein musikalisches Juwel

Wessobrunn – Ein musikalischer Hochgenuss mit Gänsehautmomenten – so kann, so muss man das Konzert bezeichnen, das in der voll besetzten Wessobrunner Pfarrkirche stattfand. Mit „Liccanta-Konzert 2018“ wurde das Programm betitelt, und hinter dieser schlichten Ankündigung verbarg sich viel Interessantes.


Da ist zunächst einmal die Geschichte des Chores. Seit 2016 gibt es den gemischten Chor, ein Zusammenschluss von rund 65 Sängern aus Wessobrunn, Rott und Ludenhausen. Chorleiter Thomas Becherer fand mit einer interessanten Wortschöpfung einen Namen für seinen Chor: Aus „Licca“ eine Bezeichnung für den Lech und „canta“ (singe) wurde „Liccanta“.


Die Hauptaufgabe des Chores ist die musikalische Gestaltung von Festgottesdiensten. Einmal im Jahr findet aber auch ein Konzert statt, heuer das zweite seit Bestehen, und das entpuppte sich in vielerlei Hinsicht als besonderes Juwel. Denn Becherer hatte für dieses Konzert auch das Posaunenquartett „OPUS 4“ (Mitglieder des Leipziger Gewandhausorchesters) eingeladen.


Was alle Mitwirkenden an dem Abend in Wessobrunn präsentierten, begeisterte die Zuhörer. Es gab Bravorufe zwischendurch – zu Recht, denn sowohl die vier Profimusiker als auch die beiden Chöre zeigten sich musikalisch auf hohem Niveau, äußerst konzentriert und das gemixt mit einer ansteckenden Freude am Musizieren und Singen. Instrumentale und geistliche Werke quer durch sechs Jahrhunderte wurden präsentiert, und allein diese Vielfalt machte den Abend interessant. Die berühmte „Toccata und Fuge d-moll“ von Johann Sebastian Bach in einer Interpretation eines Posaunenquartetts zu hören, ist zwar ungewohnt, aber etwas ganz Besonderes. Und egal, ob „OPUS 4“ die nahezu mathematisch exakten Klangfolgen Bachs spielte, ein zartes „Ave Maria“ von Bruckner blies oder schwungvoll Gershwin-Stücke herausposaunte, das Ensemble begeisterte mit seiner Musik.


Und der Chor war einfach hervorragend. Auffällig nicht nur die sehr gute Intonation, die Sopranstimmen hielten die Höhe bei den vorrangig a capella gesungenen Stücken. Zu einem gefürchteten „Abrutschen“ in die Tiefe kam es zu keinem Zeitpunkt.


„Das Gebet des Herrn“ von C.G. Mühle, wunderbar interpretiert vom Chor, sorgte für den ersten Gänsehautmoment, und das beeindruckende „Dextera Domini“ und „Christus factus est“ von Anton Bruckner unterstrich das gewaltige Klangvolumen des Chors.


Schön war, dass Becherer den Jugendchor in das Konzert mit einband. Das Stück „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“ von Thomas Gabriel bei dem die zwölf Jugendlichen das Leitmotiv sangen und der große Chor sich leise summend begleitend im Hintergrund hielt, sorgte erneut für Gänsehaut.


Und noch etwas Interessantes erwartete die Zuhörer: eine kleine Geschichte um das Stück „If Ye Love me“ von Thomas Thallis, das die Chöre mit „OPUS 4“ präsentierten. „Bei uns stand es schon auf dem Programm, bevor Harry und Meghan heirateten“, erklärte Becherer den Zuhörern. Das Stück wurde unlängst auf der royalen Hochzeit gespielt. Nach eineinhalb Stunden hochkarätiger Musik stehender Applaus. Bravo! Regina Wahl-Geiger 


(Weilheimer Tagblatt vom 14.06.2018, Seite 42; Foto: Regina Wahl-Geiger)